>>   a k t u e l l e s


 

 

<< zurück

6. Stele mahnt in Steenfelde am Volkstrauertag zum Frieden  

   Superintendent Gerd Bohlen sprach in Steenfelde am neu gestalteten Ehrenmal.

Am 8. Mai war die 6. Stele, die von den Künstlern Kai Engelke, Sarah H. Kirsch, Norbert Knitsch, Hartmut T. Reliwette und Thomas Trey zusammen mit P. Claus Dreier geplant und realisiert wurde, ihrer Bestimmung übergeben worden. Zur Ansprache am ersten Volkstrauertag nach der Einweihung des neu gestalteten Denkmals in Steenfelde hatte die Kirchengemeinde nun ihren Superintendenten eingeladen. Der Ort gebe vor, meinte Bohlen, was die Verantwortung der Menschen, die sich hier versammeln, sei: Denk-mal! „Wir halten inne und denken nach.“ Der Superintendent gedachte mit den zahlreichen Gästen der Feier und den Vertretern der Kyffhäuser-Kameradschaft, der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr, des Schützernverein und des Sozialverbandes, die sich Anfang des Jahres gemeinsam für die Neugestaltung eingesetzt hatten, der vielen Opfer von Krieg, Terror und Gewaltherrschaft. „Unzählige Tränen sind vergossen worden: Sie alle werden aufgenommen in der neuen Gestaltung dieser Denk-mals-Anlage hier in Steenfelde.“ Erinnerung, so Bohlen weiter, sei eine friedliche Waffe, die am ehesten davor schütze, dass sich die Geschichte  wiederhole. Er selbst habe aufgrund der furchtbaren Erinnerungen seines Vaters, der 4 Jahre in Russland war, den Kriegsdienst verweigert. Die, die die Schrecken des 2. Weltkrieges mitgemacht haben, als Soldaten oder Zivilisten, als Angehörige oder Flüchtlinge, hätten zwar oft zu hören gekriegt: “Holt up van’t Krieg; dor willt wi nix mehr van hören” aber dennoch sei das Erinnern auch heute noch notwendig. Der Superintendent zitierte die vor 60 Jahren von der Evangelischen Kirche abgegebene öffentliche Erklärung mit den Worten: “Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein!” Allerdings gäbe es Kriege und in den 60 Jahren nach Kriegsende in Europa habe es kein einziges Jahr gegeben, in dem nicht irgendwo auf der Welt ein Krieg herrschte. Und neben den Völkerkriegen gebe es Auseinandersetzungen unter den Menschen, da es offensichtlich schwer falle mit der Verschiedenheit umzugehen: in Paris, in Deutschland zwischen Ost und West, aber eben auch in den Gemeinden und in den eigenen Häusern.

Zum Zeichen dafür, dass der Friede immer wieder bedroht sei und sowohl der Menschen als auch Gottes Tränen kostet, hätten die Steenfelder am 60. Jahrestag nach Kriegsende die 6. Stele aufgestellt. „Mit dem Volkstrauertag pflegen wir eine Erinnerungskultur!“ bekräftigte Bohlen den Sinn dieses Tages. „Wann ist es soweit, dass wir diesen Tag abschaffen können? Niemals! Denn der Friede untereinander und unter den Völkern bleibt eine immer währende Aufgabe, solange die Erde steht. Das mahnt uns diese neue Stele. Die Zeichen des Friedens und der Versöhnung lassen uns hoffen. Sei es nun diese Stele oder die vollendete Frauenkirche in Dresden. Sie sind Denk-male dafür, was der Krieg anrichtet und zerstört und wie groß die eigentliche Sehnsucht von uns Menschen nach Frieden ist. Gebe Gott, dass sie uns nicht aus den Augen und aus dem Sinn gehen und uns helfen, friedlich und zufrieden zu leben.“

 

.

 

        

 



sitemap  kontakt