|
"Frieden in die
kriegerische Welt bringen" -
so hat
Martin-Luther King den Auftrag von Christen beschrieben.
Frieden in die
kriegerische Welt bringen - Frieden nach Steenfelde bringen. Das ist
unsere Aufgabe hier.
Frieden fördern
durch Erinnerung an Zeiten des Unfriedens. Frieden durch Mahnung und
Erinnerung. Frieden durch Gedenken, Nachdenken - durch klug werden.
Darum haben wir
uns zusammengetan - vielleicht muss man eher sagen, haben wir uns
gefunden, und uns dann gehen lassen mit unseren Ideen und unserer
Begeisterung.
Kunst und
Geisteswissenschaft - oder persönlicher: die Künstler Kai Engelke,
Sarah H. Kirsch, Norbert Knitsch, Hartmut T. Reliwette und Thomas
Trey und ich - jedenfalls eine bunte Gemeinschaft - und wir haben überlegt,
wie wir unseren Denkmalsplatz hier so verändern können, dass das
Erinnern dadurch aufgewertet wird.
Und was wir
heute sehen werden, ist dabei - nach 28 Tagen intensiver Arbeit-
heraus gekommen. Ich danke Euch für diese - ich nenne es mal
berauschende Zusammenarbeit - so viele E-Mails habe ich noch nie in
28 Tagen bekommen und geschrieben -
Wir
in Steenfelde
haben euch viel zu verdanken!
Besonders
gefreut hat uns die inhaltliche und praktische Unterstützung durch
die Kyffhäuserkameradschaft Steenfelde. Dafür möchte ich herzlich
danken.
Ebenso danke
ich der Firma Johann Groenhagen für die
Lieferung der Tränenden Herzen, Fa. Reno Hinrichs für Torf,
Gerät, und Mitarbeiter bei der Pflanzaktion, der Fa. Steenfelder
Betonwerk für die Lieferung des Stelenfundaments, Alfred Terveen,
Hermann Müller und Harm und Margret Schmidt für die praktische
Umsetzung.
Alle
Beteiligten haben keinen Kosten in Rechnung gestellt. Dafür sind
wir sehr dankbar.
Heute enthüllen
wir nun die neue Stele und bewundern die Tränenden Herzen.
An dieser
Stelle werden immer wieder Menschen beten - und dazu möchte ich
auch auffordern: Frieden suchen im Gespräch mit Gott.
Ich möchte
beten:
Gott sieh’
auf uns -
Komm auf uns
herab mit deinem Heiligen Geist.
Segne unser
Werk.
Öffne unsere
Herzen, uns zu erinnern.
Gib uns Mut,
Einspruch einzulegen gegen Hass und Unrecht, Gewalt zu widerstehen
und für den Frieden einzutreten, dort, wo wir sind.
Segne alle, die
hier verweilen, und leite uns auf den Weg des Friedens. Amen
----------------------
60 Jahre nach
dem Ende des großen, schrecklichen Krieges haben wir auf die vielen
Fragen nur wenige Antworten. Eine aber heißt: nie vergessen, was
geschah!
Auch hier war
Krieg.
Gegen das Vergessen legen Juden
Steine der Erinnerung vor Gedenktafeln oder auf Grabsteine.
Wir wollen das Erinnern mit
allen teilen, die sich an Gesichter und Namen von Menschen erinnern,
die Opfer wurden. Opfer von Gewalt, Krieg, Terror, Opfer
menschverachtender Mächte unserer Tage.
Wie sie wollen wir nicht
vergessen. Niemanden.
Nicht die zivilen Opfer und
nicht die Soldaten. Nicht die Menschen die auf der Flucht ums Leben
kamen, deren Hoffnungen mit den torpedierten Schiffen untergingen.
Und auch nicht die, die in Arbeits- und Gefangenenlager oder im
Konzentrationslager getötet wurden. Wir vergessen nicht die
Misshandelten, nicht die, an denen „medizinische Experimente“
vorgenommen wurden oder die, deren Leben als „unwert“ galt, weil
sie geistig behindert waren.
Wir wollen nicht, dass die
Erinnerungen verblassen und ihre Mahnung bald in bild- und wortlosem
Schweigen verharrt.
Wir wollen
ihrer Opfer gedenken, aller Menschen, Säuglinge, Kinder, Frauen und
Männer, alte und junge; alle die einen Namen hatten; eine Zukunft,
Träume, Hoffnungen.
Sie mahnen uns,
Frieden zu halten.
Die
kriegerische Welt zieht uns in ihren Bann. Wir mahnen zum Frieden.
Wir wollen auch
der Täter gedenken.
Wollen mit den
Opfern die Wut aushalten über die Unmenschlichkeiten und uns einüben
in erste Schritte in Richtung Versöhnung; wissend, dass diese nicht
an der Schuld der Täter vorbeiführen dürfen.
Wir
gedenken:
Der
namenlosen Opfern
die
die Kriege zurücklassen
deren
Gesichter im Nebel der Zeit verschwinden
und
die doch nicht vergessen sein sollen
damit
nie wieder Menschen ihr Leben und ihre Namen verlieren für andere,
die sich einen großen Namen machen wollen.
|