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Zwei
Fußabdrücke im Sand. Es sind die Abdrücke eines Menschen, der auf
einem Weg kurz stehen bleibt, um sich zu orientieren - ein schönes
Motiv für Menschen, die auf der Schwelle stehen. Vielleicht auch für
solche, die auf dem Sprung sind, sich noch nicht entscheiden können,
die sich darauf freuen, Neuland zu entdecken, es gestalten wollen.
Und ich denke an Menschen, die stehen und innehalten, sich erinnern,
sich Zeit nehmen.
Jeder
Mensch möchte in seinem Leben gerne Fußspuren hinterlassen, möchte
gestalten und prägen. Es ist ein gutes Gefühl, Neuland zu
betreten, auf dem die eigene Spur deutlich zu verfolgen ist. Manche
reizt es unwiderstehlich, in unberührtem Schnee die erste Spur zu
legen. Andere gehen gerne am Meer entlang spazieren, wo sich die Fußspuren
deutlich in den weichen Sand drücken.
Doch
früher oder später kommen die Wellen und spülen darüber - Platz
für neue Spuren. Der Zauber des noch Unberührten und das schnelle
Vergehen wechseln einander ab. Leben ist spannend.
Füße
sind übrigens - wie die Fingerabdrücke - wie jeder Mensch -
einmalig. Und Füße spielen auch in unsere Sprache eine große
Rolle.
Menschen
versuchen z.B., an einem neuen Ort Fuß zu fassen; Kinder strecken
ihre Füße unter den Tisch der Eltern. Manche Väter oder Mütter wünschen
sich, dass die Kinder in ihre Fußstapfen treten. Junge Leute müssen
es erst einmal schaffen auf eigenen Füße zu stehen, sagt man.
Manche träumen allerdings davon, auf großem Fuße zu leben.
Doch dabei lauert so manche Fußangel. Und: Es gibt Orte, dahin geht
auch der Kaiser zu Fuß. So manches Projekt steht auf tönernen Füßen.
Da wirft man dem anderen die Arbeit lieber vor die Füße; doch wenn
es losgeht, sollte man Gewehr bei Fuß stehen. Dabei steht so
mancher vom Fußvolk schon mit einem Fuß im Grab. Jemand hat heute
noch keinen Fuß vor die Tür gesetzt. Aber das hindert ihn nicht
daran, einem Mitmenschen auf die Füße zu treten. Andere liegen
jemandem zu Füßen. Einige fallen immer auf die Füße. Manchmal
bekommen sie allerdings kalte Füße.
Gefangene
wurden früher an Händen und Füßen gebunden. Am Ende werden sie
auf freien Fuß gesetzt; manche allerdings sträuben sich dagegen
mit Händen und Füßen.
Füße
sind wichtig - sie bringen uns weiter, zurück oder bleiben stehen.
Vielleicht
hat Jesus auch darum seinen Jüngern die Füße gewaschen - als
Zeichen dafür, dass er unsere Schritte begleitet - überall hin -
auch in die Schweineställe - wie beim verlorenen Sohn - und in die
tiefsten Abgründe des Lebens.
Der
Vater dieses verlorenen Sohnes, dass ist Gott. Unser Gott. Unser
Vater. Er stellt unsere Füße auf weiten Raum - aber er lässt uns
nie allein. Das sollen wir wissen! Das ist das Wesentliche.
In
einem Lied heißt es:
Du
stellst meine Füße auf weiten
Raum, Deine Liebe weitet meinen Horizont. Kann mich frei
entfalten wie ein schöner Baum,
der
in deinem Lichte wächst, gedeiht, sich sonnt.
Aus
der Enge in die Weite, einst Bedrängte, nun Befreite, von der Lüge
hin zur Wahrheit, aus dem Trüben hin zur Klarheit,
aus
dem Lärmen in die Stille, aus der Leere in die Fülle,
Gott,
so kommen wir hier und jetzt zu dir.
Gott
stellt unsere Füße auf weiten Raum. Seine Liebe möge unseren
Horizont weiten. Dass wir uns frei entfalten können, wie ein schöner
Baum, der in Gottes Licht wächst, gedeiht, sich sonnt.
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